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Telearbeit: Arbeiten im Home-Office

Letzte Aktualisierung: 17/04/2016 | Arbeitsformen

Definition, Erklärung

Die Telearbeit umschreibt verschiedene Arbeitsformen, bei denen ein Mitarbeiter in einem Unternehmen fest angestellt ist, aber einen Teil der Arbeit nicht in dessen Gebäuden erbringt. Über Kommunikationsgeräte wie Telefon, Computer mit Datenverbindung, Fax steht er in Verbindung mit seinem Arbeitgeber und seinem Team. Besonders eignet sich diese Arbeitsform bei Arbeitsstellen, an denen relativ eigenverantwortliche und selbständige Bürotätigkeiten zu verrichten sind.

Die klassische Variante ist die Teleheimarbeit, bei der sich der alleinige Arbeitsplatz in der eigenen Wohnung befindet. Gerade von Müttern und Vätern, die einer Arbeit nachgehen und sich parallel um die Versorgung der Kinder kümmern wollen, wird diese Möglichkeit gerne genutzt.

Vorherrschende Variante der Telearbeit ist die alternierende Telearbeit, bei der ein Arbeitplatz zuhause und im Unternehmen besteht. Den Arbeitsplatz im Unternehmen teilen sich dann häufig mehrere Personen.

Bei Menschen, deren Beruf es mit sich bringt, an verschiedenen Arbeitsplätzen, zuhause, im Unternehmen, beim Kunden, im Hotel zu arbeiten, also zum Beispiel Vertriebsleute und Projektmitarbeiter, spricht man von mobiler Telearbeit.

Eine weitere Variante sind Nachbarschafts- oder Satellitenbüros. Hier teilen sich Mitarbeiter verschiedener Unternehmen Räume und Infrastruktur.

Neben Arbeitnehmern, die im Home Office arbeiten, zählen viele Selbständige oder Freelancer zu Telearbeitern. Sie schließen sich durch diese Arbeitsform auf Dauer oder für die Zeit eines Projekts zu virtuellen Unternehmen zusammen.

Der Telearbeiter profitiert von geringen oder keinen Anfahrtswegen, freier Arbeitszeitgestaltung, größerer Wahlfreiheit bei der Wohnortwahl und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Besonders Frauen mit Kindern schätzen diese Vorteile, auch im Nebenjob oder in Teilzeit. Andererseits sind eine hohe Selbstdisziplin, Motivation und gutes Zeitmanagement gefordert. Besondere Probleme stellen manchmal die fehlende Kommunikation mit Kollegen dar, die als Vereinsamung wahrgenommen wird und mögliche Karriereeinbußen, da der direkte Vergleich mit den Kollegen fehlt, sowie die fehlende Trennung von Berufs- und Privatleben.

Seitens des Arbeitgebers und der Führungskraft verlangt die Telearbeit ein hohes Maß an Vertrauen gegenüber dem Telearbeiter und konkrete Zielvereinbarungen. Häufig wird ein höherer Koordinierungsaufwand nötig und es entstehen Reibungsverluste und Konflikte durch die Kommunikation per Telefon und Computer.

Tipps, Checkliste

  • Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, wer den Arbeitsplatz zuhause einrichtet und die Kosten dafür trägt
  • Beachten Sie die Aspekte der Arbeitssicherheit und des Arbeitsschutzes. Die Datensicherheit muss gewährleistet sein durch gesicherte Datenübertragung, Sicherheitssoftware, regelmäße Datensicherung und durch entsprechende Sensibilität beim Telearbeiter. Dazu gehört auch, dass Kinder nicht am Tele-PC herumspielen dürfen
  • Klären Sie die Rahmenbedingungen mit Ihrer Familie im Vorfeld ab – keine Unterbrechungen, Arbeitsplatz kein Kinderaufenthaltsort – und legen Sie Verhaltensregeln fest
  • Berücksichtigen Sie datenschutzrechtliche Aspekte. Personenbezogene Daten dürfen z.B. in Home Offices nicht verarbeitet werden
  • Achten Sie darauf, dass die Kommunikation zu Kollegen, Vorgesetzten, Telearbeitern und Teammitarbeitern nicht vernachlässigt wird
  • Klären Sie versicherungstechnische, z.B. Haftungsfragen bei Datenverlust am häuslichen PC und rechtliche Bestimmungen mit Ihrem Arbeitgeber ab
  • Bei manchen Stellenangeboten zur Telearbeit ist hinsichtlich Ausbeutung Vorsicht geboten

Informationsquellen

Literatur