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Berufliche Mobilität: Unterwegs als Jobnomade

Letzte Aktualisierung: 11/02/2015 | Arbeitsbedingungen

Definition, Erklärung

In vielen Bereichen von Beruf und Arbeit spielt Mobilität (lat. mobilitas=Beweglichkeit) eine wichtige Rolle: Man denke in diesem Zusammenhang an die großen Wanderbewegungen von Arbeitskräften, die beispielsweise zum Entstehen des „Ruhrgebiets“ geführt haben, an wandernde Handwerksgesellen oder an Außendienstmitarbeiter. Für Führungskräfte und Projektmitarbeiter gehören Dienstreisen zum beruflichen Alltag. Viele Arbeitnehmer nehmen regelmäßig weite Wege zwischen Arbeitsstätte und Wohnung auf sich.

Noch nie jedoch kam der Mobilität des Einzelnen die Bedeutung zu, die sie in den letzten Jahren erlangt hat. Nicht nur Finanz- und Güterströme fließen vierundzwanzig Stunden am Tag und immer verzweigter und schneller von A nach B. Auch der Produktionsfaktor Arbeit kann sich in Zeiten ständig schneller werdenden technologischen Wandels und zunehmender Globalisierung dieser Entwicklung nicht entziehen. Die Wirtschaft der Gegenwart und der Zukunft fordert zunehmend das Ideal des körperlich, geistig, mental und zeitlich hochmobilen und -flexiblen Arbeitnehmers, der sich zudem durch lebenslange permanente Weiterbildung und Anpassung auf dem jeweils neuesten Stand seiner Profession befindet. Der darüber hinaus Erfahrung im Ausland gesammelt hat und auch gegebenenfalls bereit ist, dorthin seiner Arbeit zu folgen. Wer heute nicht der Rationalisierung zum Opfer fallen und in Arbeitslosigkeit enden will, tut gut daran, sich vom Gedanken permanenter Sesshaftigkeit zu verabschieden. Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang vom modernen „Arbeitsnomaden“, der seinen Wohnort dem Arbeitsplatz anpasst. Oder als Pendler lange Arbeitswege in Kauf nimmt. Mehrere Stunden Fahrzeiten am Tage, ob im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, ist für viele Millionen Menschen längst Realität geworden. Andere verbringen auf Grund der beträchtlichen Entfernungen die Woche gleich am Ort der Arbeit, müssen deshalb einen zweiten Haushalt einrichten und kehren nur zum Wochenende heim zu Familie und Partner.

Andererseits schafft Mobilität Chancen. Gerade für junge Menschen stellt die Unverbindlichkeit und der Vorläufigkeits-Charakter dieser Lebensweise, in Verbindung mit einem daran gekoppelten sozialen Aufstieg und Karrieremöglichkeiten einen gewissen Reiz dar.

Doch Kritiker warnen: Die Bindungslosigkeit fordert ihren Tribut. Festen sozialen Beziehungen und menschlicher Nähe ist solch ein Lebensmodell eher abträglich. Partnerschaften gehen dabei oft in die Brüche. Langfristige Lebensplanung, wie in früheren Zeiten üblich, lässt sich nur schwer realisieren. Es entsteht eine „Single-Gesellschaft“ mit all ihren Begleiterscheinungen, wie Kindermangel und daraus resultierend, die „Vergreisung“ und letztlich Schrumpfung der Gesellschaft.

Und auch die physische und psychische Gesundheit leidet unter den Belastungen der Mobilität. Viele Menschen fühlen sich auf Grund dieser Lebenssituation entwurzelt, einsam und unzufrieden. Der weite Weg zur Arbeitsstätte, oft im Stau auf der Autobahn oder in überfüllten Zügen, ist stressig und kräftezehrend. Doch eine Umkehr ist noch nicht in Sicht, obwohl vielleicht gewisse Chancen für die Zukunft bestehen: Beispielsweise in einer Abwendung von der „personalen Mobilität“ hin zu einer stärkeren Förderung der sogenannten „E-Mobility“ (Electronic Mobility).

Tipps, Checkliste

  • Befragungen von Berufspendlern haben ergeben, dass der Weg zur Arbeit als weniger belastend empfunden wird, wenn die Möglichkeit besteht, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Diejenigen, die die Zeit mit Lesen oder Arbeiten verbrachten, gaben an, eine höhere Lebensqualität zu haben. Auch wenn man mit dem Auto unterwegs ist, lässt sich dies in einem gewissen Umfang verwirklichen: Wie wäre es beispielsweise mit einem Sprachkurs oder Hörbuch?
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass die Deutschen sehr „standorttreu“ sind und lieber die Nachteile weiter Arbeitswege in Kauf nehmen, statt einen Umzug zu „wagen“. Aus Angst vor Veränderung und Neuem schrecken sie häufig davor zurück. Überlegen Sie sich, ob nicht ein Umzug manches Problem besser lösen könnte
  • Setzen Sie verstärkt elektronische Hilfsmittel ein, wie Telefon, E-Mail oder Videokonferenzen. Nicht immer sind Fahrten unbedingt nötig. Vieles kann auch über einen Telearbeitsplatz abgewickelt werden
  • Organisieren Sie Fahrgemeinschaften oder nutzen Sie regionale Mitfahrzentralen. Das spart Geld und Nerven!
  • Bei Arbeitslosigkeit sollten Sie über eine Erhöhung Ihrer Mobilität nachdenken. Warum nicht auch mal im Ausland arbeiten? Schon viele Deutsche haben auf diese Weise ihre Arbeitslosigkeit beenden können

Arbeitsrecht, Urteile

  • Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 17.02.1998, 9 AZR 100/97
    Sprachkurs verbessert die „berufliche Mobilität“

Informationsquellen

Literatur

  • In Jobnomaden beschreibt Gundula Englisch einen Lebensstil, der mit dem Besitz Schluss macht und ständige Bewegung zum Dogma erhebt.
  • Unterhaltsam und informativ schildert Liebe auf Distanz die Probleme und die Chancen einer Fernbeziehung.
  • Informationen und Tipps rund ums Thema Wochenend-Beziehung gibt Liebe aus dem Koffer, damit Sie das Beste aus der Situation machen können.


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