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Businesskleidung: So kleiden Sie sich richtig

Letzte Aktualisierung: 25/11/2014 | Arbeitsleben

Definition, Erklärung

Stilexperten weisen immer wieder darauf hin, dass man durch die Auswahl seiner Kleidung die eigene Persönlichkeit unterstreicht und seine Einstellung anderen gegenüber zum Ausdruck bringt. Damit kann jeder selbst beeinflussen, wie er von anderen wahrgenommen wird. Im Geschäftsleben haben sich Kleidervorschriften bzw. für bestimmte Berufe und Positionen entsprechende Businesskleidung und Berufskleidung etabliert, deren Einhaltung für eine Karriere neben einwandfreiem Benehmen unerlässlich ist.

Viele Regeln für die richtige Businesskleidung gelten für Frauen und Männer gleichermaßen, andere wiederum sind geschlechtsspezifisch. Die Kleidervorschriften gelten übrigens unabhängig von den Außentemperaturen.

Tipps, Checkliste

  • Achten Sie neben einer gepflegten Kleidung auf gepflegte Haare und Hände. Lange Fingernägel gelten in unserem Kulturkreis nicht als businesslike
  • Nehmen Sie Ihr Outfit selbst kritisch unter die Lupe
  • Fragen Sie Ihren Partner und Freunde, wie Sie auf sie wirken und was Sie eventuell verändern sollten
  • Berücksichtigen Sie den Dresscode Ihrer Branche und Ihrer Firma. Orientieren Sie sich an der Businesskleidung Ihrer Kollegen
  • Als Führungskraft sollten Sie sich durch Ihre Kleidung von Ihren Mitarbeitern abheben, auch bei legerem Kleidungsstil
  • Als Mitarbeiter sollten Sie sich nicht eleganter kleiden als Ihr Abteilungsleiter
  • Bei lockerem Outfit sollten die Komponenten hochwertig sein: Also gepflegte Jeans mit Gürtel, modischem Hemd und gepflegte Schuhe
  • Signalisieren Sie über Ihre Kleidung Ihre Funktion: Als Verkäufer oder Berater, der in ständigem Kundenkontakt steht, tragen Sie Anzug bzw. Kostüm. Als Handwerksmeister einen Arbeitskittel
  • Im Top-Management großer Konzerne ist hochoffizielle Business-Kleidung angesagt. Diese besteht aus dunkelgrauen, mitternachtsblauen oder schwarzen, klassisch geschnittenen Anzügen mit Weste. Das Hemd ist uniweiß oder pastell, ohne modischen Schnickschnack, die Strümpfe dunkel und passend zur Anzugsfarbe, die Schuhe schwarz und schlicht, Krawatte und Einstecktuch farblich dezent. Auf Schmuck wird weitestgehend verzichtet
  • Bei einem Termin im Top-Management sollten Sie ebenfalls hochoffizielle Business-Kleidung tragen
  • Halboffizielle Kleidung ist zu tragen, wenn Sie Kundenkontakt haben. Hierbei sind Anzüge ohne Weste, Kombinationen, Anzüge mit Mustern und in dezenten Farben sowie Hemden in verschiedenen Kragenformen und Farben erlaubt
  • Verwenden Sie einen schlichten Ledergürtel, der zu Ihren Schuhen passt und der unter der geschlossenen Jacke nicht aufträgt
  • Bedenken Sie beim Einkauf von Kleidungsstücken folgende Regeln:
    • Fragen Sie sich bei allen Einkäufen, womit der Neuerwerb kombinierbar ist und wann Sie ihn am besten tragen
    • Kaufen Sie eher zeitlos klassische, elegante Kleidung statt modisch, trendige
    • Entsorgen Sie bei Neukäufen ältere Teile und achten Sie darauf, in Ihrem Kleiderschrank nur Stücke zu haben, die Sie gerne tragen, die Ihnen stehen und die gut kombinierbar sind
    • Leihen Sie sich für besondere Anlässe gehobene Garderobe aus. Mit den Begriffen „Frack“ oder „Abendmoden“ werden Sie auf den Gelben Seiten fündig
  • Halten Sie Garderobeempfehlungen ein:
    • Black Tie oder „Smoking“ bedeutet für die Männer Smoking, weißes Hemd mit verstärktem Kragen und Doppelmanschetten, Kummerbund und Einstecktuch sowie schwarze Fliege. Frauen tragen lange Robe mit Stola und Handschuhen oder extravagante Ensembles
    • White Tie oder „Frack“ bedeutet für die Männer schwarzer Frack, weißes Frackhemd, weiße Weste, Umschlagmanschetten und weiße Satinschleife. Frauen tragen ein bodenlanges Abendkleid
    • Cocktail gilt ab 16 Uhr und bedeutet für die Männer einen hoch geschlossenen, dunklen Anzug, Hose mit Bügelfalte, Hemd und dunkle Krawatte. Frauen greifen zum kleinen Schwarzen, edlen Hosenanzug oder Kostüm. In diesem Fall dürfen Schultern, Dekolleté und Bein gezeigt werden
    • Cut gilt bis 15 Uhr und bedeutet für die Männer Tagesfrack und Stresemannhose, graue Weste, weißes Hemd und silbergraue Krawatte. Frauen tragen ein langes Kleid oder ein sehr elegantes Kostüm
    • Business-Casual bedeutet für den Herren keine Krawatte, Kombinationen mit dezenten Musterungen. Frauen tragen keine Kleider sondern dreiteilige Ensembles
  • Lassen Sie sich in Fachgeschäften beraten oder ziehen Sie Stilberater hinzu

Arbeitsrecht, Urteile

  • BFH, Urteil vom 22.06.2006; Az. VI R 21/05
    Die kostenlose Überlassung bürgerlicher Kleidung, die während der Arbeitszeit zu tragen ist, muss nicht stets zu Arbeitslohn führen

Literatur