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Eine Idee zu haben, ist das Eine. Erfahrene Unternehmensgründer sprechen von 1 % Inspiration und 99 % Transpiration. Meine eigene Idee war es, eine Internetplattform zu Fragen und Problemen im Arbeitsleben aufzubauen. Und wirklich - die Umsetzung dieser Idee brachte mich gehörig ins Schwitzen. Ich wusste zwar, was Internet ist - dachte ich zumindest - aber wie eigene Seiten konkret ins Internet kommen, davon hatte ich keine Ahnung. Nach den Marketingaktionen von Internetprovidern zu schließen, scheint es kinderleicht, sofort nach Bestellung eines Internetpakets eine tolle Website aufzubauen, die dann von Tausenden Usern besucht wird. Doch je mehr ich mich damit beschäftigte, umso mehr verwirrende Fachbegriffe tauchten auf. Natürlich versuchte ich wiederum per Internet, Begriffsdefinitionen zu finden. Dabei wurde aber ein Begriff mit mindestens 10 neuen, mir unbekannten Begriffen erklärt. Eine völlig neue Sprache tat sich auf und vor mir türmte sich ein riesiger Berg von Fragezeichen.
Bei dem Gedanken, dass ich das alles beherrschen sollte, um meine Idee umsetzen zu können, wurde mir richtig schummerig und ich bekam Angst vor der Tollkühnheit meines Projekts. Leider hatte ich auch niemanden in meinem Bekanntenkreis, der sich mit der gesamten Fragestellung wirklich ausgekannt hätte. Teilgebiete ja, aber da wurden die Antworten auf meine Fragen auch gleich so detailliert, dass ich sie nicht verstand. Sicher, die Möglichkeit besteht dann natürlich, sich einen professionellen Dienstleister zu suchen, der die technische Umsetzung übernimmt.
Aber ist das der richtige Ansatz, um eine zunächst skizzenhafte Idee umzusetzen? Nach welchen Kriterien sollte ich einen Anbieter auswählen, wenn ich diese nicht benennen konnte? Welche Vorgaben und Anforderungen kann ich definieren, wenn ich nicht weiß, was in einem vernünftigen Rahmen machbar ist und wenn teilweise die Idee noch zu unpräzise ist? Wie soll ich abschätzen, ob die genannten Kosten realistisch sind? In meiner beruflichen Vergangenheit habe ich gelernt, dass sich die Kunden mit der geringsten Vorstellung über das gesuchte Produkt am leichtesten über den Tisch ziehen ließen und am Ende am unzufriedensten mit dem Ergebnis waren. Und vor allem: wie soll ich derartige Entwicklungskosten bezahlen als Existenzgründer?
Außerdem reizte mich die Aussicht, mich selbst in ein völlig neues Themengebiet einzuarbeiten. So wurde bald klar, dass ich meine Idee nur unter bestimmten Rahmenbedingungen realisieren würde:
Doch wo sollte ich anfangen? Die Entscheidung wurde mir leicht gemacht durch einen Zufall: Meine Freundin Marion erzählte mir, dass sie mit Hilfe eines kanadischen Anbieters neben ihrem Vollzeitjob mittlerweile 2 Internetseiten aufgebaut habe. Sie war ganz begeistert von diesem Programm, da es nicht nur helfe, Webseiten zu erstellen, sondern vor allem verständlich mache, wie man sich mit Hilfe einer Homepage selbständig machen könne. Und im übrigen, sie hätte noch eine kostenlose Lizenz für ein Jahr, die sie mir anbieten würde. Damit könnte ich es ja mal probieren.
Gesagt, getan. Mit Hilfe des kostenlosen Einsteiger-eBooks des Anbieters stieg ich in die Geheimnisse des Internets ein und baute meine ersten Einzelseiten. Bald zeigte sich, dass meine Vorstellungen eines professionellen Auftritts allerdings nicht mit den fertigen Layoutvorlagen realisierbar waren. Doch das Programm ermöglichte auch die direkte Einbindung von HTML-Seiten und ich beschloss, mich mit dieser Materie vertraut zu machen. HTML erschien mir als vernünftige Lösung, nachdem ich mehrmals gelesen hatte, dass die Suchmaschinen damit die wenigsten Probleme haben und vor allem die Ladezeiten der Seiten am Bildschirm am geringsten sind. Beides zwei wichtige Kriterien für mich hinsichtlich der Ansprüche an einen professionellen Auftritt.
Sehr schnell musste ich allerdings lernen, dass HTML nicht gleich HTML ist. So wünschte ich mir zum Geburtstag das HTML Kompendium von Günter Born. Und schneller als gedacht, war ich in der Lage mit dem einfachen Editor von Microsoft meine ersten Seiten zu schreiben. Jedes Zeichen und jede Formatierung musste ich zwar manuell eingeben, doch der Lerneffekt, auf was es ankommt und welche Fehler auf was zurückzuführen sind, war gewaltig. Schließlich hatte ich bisher keine Erfahrung mit irgendwelchen Programmiersprachen oder Codes.
Parallel mit dem Erfolg wuchsen meine Ansprüche. Es konnte doch nicht sein, alle Formatierungen auf sämtlichen Seiten einzeln machen zu müssen. Die Fehlerhäufigkeit wird damit groß und wie sollte ich in Zukunft diese Seiten problemlos warten und aktualisieren können? So versuchte ich mich in der Anwendung von CSS (Cascading Style Sheet). Unterstützung holte ich mir auf den Internetseiten von SELFHTML und dem ergänzenden Buch Professionelle Websites von Stefan Münz.
Bald musste ich feststellen, dass sich meine Ideen nicht mehr allein mit HTML realisieren lassen. Ein Freund, Michael, erklärte sich bereit, die bestehenden Seiten in ein PHP-Format umzustellen. Im November 2007 war es soweit und wir konnten die modifizierten Seiten ins Netz stellen. Für die weitere Umsetzung meiner Ideen suchte ich dann nach einer geeigneten Internet-Agentur. Dabei musste ich feststellen, dass es alles andere als einfach ist, als Kunde ernst genommen zu werden und vor allem, das zu bekommen, was man braucht. Aber schließlich wurde ich doch fündig bei der roNet GmbH in Rosenheim.
Parallel zur Erstellung des Seitenlayouts arbeite ich an den Inhalten. Auch hier musste ich mich, bis auf wenige Ausnahmen, erst in die Welt der verschiedenen Arbeitsthemen einarbeiten. Und immer mehr stellte ich auch fest, was ich alles nicht gewußt habe, als ich noch angestellt war. Mit dem heutigen Wissen zu den unterschiedlichsten Fragestellungen, mit denen man im Arbeitsleben konfrontiert ist, hätte ich ganz sicherlich mein damaliges Berufsleben als Angestellte anders gestaltet und eine andere Karriere gemacht. Aber das bestärkt mich nur, meine Idee umzusetzen. Vielleicht kann ich damit Anderen helfen, genau diese Fehler zu vermeiden und sich richtig zu verhalten.
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