Rhetorik: Basis für die Kommunikation
Definition, Erklärung
Rhetorik wird allgemein als Redekunst oder Sprechtechnik definiert. Hier geht es um die Fähigkeit, vor und mit anderen am Arbeitsplatz zu kommunizieren. Dazu gehören Smalltalk, Diskussionen, Moderationen, Vorträge und Präsentationen, aber auch das Bewerbungsgespräch und die Verhandlungsführung. Voraussetzung dabei ist, argumentieren und überzeugen zu können. Auch eine Portion Schlagfertigkeit ist immer hilfreich, um bei Killerphrasen und in schwierigen Situationen sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Weit verbreitet ist das Problem der Redeangst bzw. des Lampenfiebers. Während dem Einen diese Nervosität nutzt, um desto überzeugender auftreten zu können, lähmt sie den Anderen.
Die Rhetorik wird unterstützt durch die Körpersprache und den Einsatz der Stimme. Durch den gekonnten Einsatz besteht auch die Gefahr der Manipulation.
Wichtig sind:
- Verständliche Argumentation
- Schlagfertigkeit
- Verwendung von Beispielen, Zitaten, Bildern, Vergleichen
- Anpassung an Publikum bzw. Gesprächspartner
- Aktive Rolle in Gruppen, Meetings, Diskussionen
- Integration von Außenseitern
- Gliederung und Strukturierung von Vorträgen, Gesprächsbeiträgen
- Zusammenfassung von anderen Beiträgen
- Fließendes Sprechen, nicht langatmig, nicht zu schnell oder zu langsam
- Kurze Sätze
Tipps, Checkliste
- Beobachten Sie andere hinsichtlich Wortschatz, Schlagfertigkeit, Ausdruck, Stimmwahl, Überzeugungsfähigkeit, Moderation usw. Besonders gut bietet sich das Fernsehen an (Nachrichtensendungen, Interviews, Reportagen)
So lenken Sie Gespräche – und erfahren mehr
Quelle: GWI Newsletter, 29.03.2006
Sie kennen das bestimmt: Ein Gespräch mit einem neuen Kollegen – er spricht und spricht und Sie hören zu, um nicht unhöflich zu wirken. Der Effekt: Das Thema wechselt von Pontius zu Pilatus, Sie erfahren wenig Neues und haben obendrein noch wertvolle Zeit verloren, die Sie für wichtigere Dinge brauchen. Der einfachste Weg, ein Gespräch zu führen, ist die Frage. Sie zeigen sich damit interessiert und geben sich keine Blöße, ihr Einsatz lässt sich leicht lernen und zeigt eine verblüffende Wirkung: Sie übernehmen die Führung der Kommunikation!
Am besten eignen sich Fragen, die nicht nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können. Dabei gibt es fünf Fragearten, die Sie in jedes Gespräch einbringen können:
- Informationsfragen: "Wo haben Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen?"
- Meinungsfragen: "Was sagen Sie zu …?"
- Motivationsfragen: "Wie haben Sie es bloß geschafft, dass …?"
- Spiegelungsfragen: "Sie denken also …?"
- Gegenfragen: "Warum meinen Sie, …?"
Der Trick ist: Mit jeder Frage bestimmen Sie das Thema und lenken so gezielt das Gespräch. Sie wissen in einer Diskussion mal nicht weiter? Stellen Sie einfach eine Frage, auf die Ihr Gegenüber nicht in einem einzigen Satz antworten kann, und niemand wird Ihre Unsicherheit bemerken. Im Gegenteil: Der Gesprächspartner wird sich über Ihr aufrichtiges Interesse freuen und munter drauflos sprechen, während Sie Zeit haben, sich in aller Ruhe weitere Strategien zu überlegen. Probieren Sie es aus! Verzichten Sie zum Beispiel öfter mal auf eigene Kommentare und fragen Sie erst einmal nach. Sie werden überrascht sein, was Sie so alles erfahren …
Diskriminierung beginnt mit der Sprache
Quelle: Image-/Stil-Newsletter von KomMa-net.de, 03.03.2006
- Beachten Sie, dass Ihre Worte niemanden vor den Kopf stoßen: Übernehmen Sie nicht einfach "landläufige" Meinungen. Ein Beispiel: Nicht jeder, der schwarz ist, ist Ausländer. Viele Menschen anderen Glaubens oder anderer Hautfarbe sind bei uns geboren und fühlen sich als Deutsche
- Entwickeln Sie Sensibilität gegenüber Angehörigen von Minderheiten. Benutzen Sie keine Begriffe wie etwa "getürkt", "herumzigeunern", "Neger"
- Manche Formulierung ist gut gemeint, bewirkt aber das Gegenteil. Beispiel: Menschen mit Behinderungen sehen sich ursprünglich nicht als "Behinderte", fühlen sich aber dazu von unsensiblen Zeitgenossen erniedrigt
- Bevor Sie unbedachte Äußerungen von sich geben, stellen Sie sich diese Frage: Würde der oder die Betroffene dieselbe Formulierung benutzen?
- Scheren Sie nicht mehrere Menschen über einen Kamm: Versuchen Sie, möglichst individuell auf Ihr Gegenüber einzugehen. Menschen aus "Schwarzafrika" etwa bezeichnen Sie lieber nach Ihrer Nationalität als Südafrikaner, Nigerianer, Ghanaer
Pausentechnik - So setzen Sie Stille strategisch ein
Quelle: Rhetorik-Newsletter, 08.02.2006
- 5 Sekunden zu Beginn, um Aufmerksamkeit zu erregen: Wenn Sie mit Ihrer Rede oder Präsentation beginnen wollen, sagen Sie erst einmal gar nichts - und schauen in die Runde. Kehrt noch keine Ruhe ein, sagen Sie nur: "Meine Damen und Herren" - mehr nicht. Warten Sie 5 Sekunden, bevor Sie anfangen
- 3 Sekunden, um Spannung aufzubauen: Wenn Sie eine Aussage besonders hervorheben wollen oder eine Frage gestellt haben, die Sie selbst beantworten, machen Sie eine etwas längere Pause: "Ich kann nur noch darauf hinweisen ..." - 3 Sekunden Pause - "... dass, ..."
- 1 Sekunde, um dazu aufzufordern, etwas zu tun. "Und ich bitte Sie inständig, ..." - 1 Sekunde Pause - "... Lassen Sie uns in Zukunft ..."
- 3 Sekunden, nachdem Sie Ihr Schlusswort angekündigt haben. "Ich komme jetzt zum Schluss und fasse das Wichtigste für Sie zusammen: ..." - 3 Sekunden Pause - "... Unser Produkt ..."
Presseartikel
Informationsquellen
Literatur, Broschüren
Letzte Aktualisierung: 12.02.2010