Infos und Tipps zur Arbeit in Deutschland

Aktuell > Rekrutierung durch Profis: Wie ich an den richtigen Job komme

Rekrutierung durch Profis: Wie ich an den richtigen Job komme

Letzte Aktualisierung: 08/09/2016 | Aktuell

Die beruflichen Möglichkeiten für Berufseinsteiger sind vielfältig, nicht zuletzt aufgrund der im Studium üblichen Schwerpunktsetzung. Durch die Wahl eigener Interessen und Kombinationen, die künftigen Bewerbern schon früh ein Profil geben sollen, erweitern sich die Möglichkeiten. Allerdings ist es in der Praxis oftmals nicht leicht, die passende Stelle zu finden – mal sind Stellenbeschreibungen zweideutig, ein anderes Mal sind die Anforderungen bei den Zusatzqualifikationen zu hoch. Am Ende bleibt das Risiko, vor allem Absagen zu bekommen und damit die Schwierigkeit, sich überhaupt im Rahmen eines persönlichen Gespräches vorzustellen.

Bereiche der Personalvermittlung versprechen eine zielgerichtete Suche, überdurchschnittliche hohe Gehälter und Vermittlungszeiten – welche Möglichkeiten bieten sich in der Praxis?

Das Grundprinzip der Arbeitsvermittlung

Bei der Arbeitsvermittlung, weithin auch als Personalvermittlung bezeichnet, geht es um die Vermittlung des Bewerbers. Das zwischengeschaltete Unternehmen fokussiert sich schwerpunktmäßig auf bestimmte Branchen, selektiert innerhalb seines eigenen Bewerberpools und kann den Vertragspartnern, also den Unternehmen auf Mitarbeitersuche, binnen kürzester Zeit entsprechende Arbeitskräfte vermitteln. Der Bewerber profitiert von einer Dienstleistung, die gerade zielgerichtete Bewerbungen erlaubt, gewissermaßen von einem „Headhunter“. Dadurch steigen automatisch die Erfolgschancen, zudem weisen Statistiken darauf hin, dass insbesondere höher dotierte Stellen mittels Personalvermittlung besetzt werden.

Varianten der Personalvermittlung

Innerhalb der Personalvermittlung gibt es verschiedene Formen der Dienstleistung, in Abhängigkeit zum Typ der Beauftragung.

  • Executive Search
    Mittels Direktansprache gehen Personalvermittler bei einer begrenzten Anzahl an Kandidaten auf „Tuchfühlung“. Er erhält sein in der Regel festes Aufwandshonorar direkt vom jeweiligen Unternehmen.
  • Advertised Selection
    Personalvermittler selektieren entsprechende Anzeigen in digitalen sowie klassischen Medien, es werden Gespräche geführt und Interessen aller Parteien konsolidiert. Am Ende steht eine „Short List“, eine engere Auswahl, die dem beauftragenden Unternehmen präsentiert wird.

Soweit die Grundprinzipien aus der Sicht des Personalvermittlers selbst. Worauf es aus Sicht des Bewerbers ankommt, wird im Folgenden erläutert.

Wie profitieren Bewerber von einer Personalvermittlung?

Unabhängige Studien haben belegt, dass Personalvermittler trotz aller digitalen Kommunikation eine gewisse Präsenz benötigen. Im Klartext führt das zu einer engen Verzahnung von Unternehmen und Bewerbern gleichermaßen, die regional oder im lokalen Kontext zu verstehen ist. Klassische Personaldienstleister wie Hofmann Personal verfügen so beispielsweise über Niederlassungen in mehr als 110 Städten in Deutschland.

Bewerber geben derartigen Personaldienstleistern umfassend Auskunft, also neben den Bewerbungsunterlagen insbesondere Angaben zur Verfügbarkeit, den bisherigen Tätigkeitsschwerpunkten, Kenntnissen in Bezug auf EDV und Fremdsprachen, ihren Wünschen und Vorstellungen allgemein sowie in Bezug auf ihr Gehalt. Der Personaldienstleister nimmt geeignete Bewerber in seinen zentralen Bewerberpool auf, gleicht regelmäßig die Übereinstimmung mit aktuellen Ausschreibungen ab und vermittelt entsprechend.

Interessant ist diese Art der Personalvermittlung vor allem für Berufstätige, die eine neue berufliche Herausforderung suchen, eine neue Branche oder bestimmte Tätigkeitsfelder kennenlernen möchten. Der Personaldienstleister übernimmt den zeitlichen wie organisatorischen Aufwand, den betreffenden Arbeitsmarkt zu sondieren und Jobaussichten zu bieten – während der Berufstätige weiterhin seiner bisherigen Tätigkeit nachkommt und damit vermeidet, durch aktive Suche beispielsweise in einen Interessenkonflikt mit seinem bisherigen Arbeitgeber zu geraten.

Veränderung, mittel- bis langfristig gewünscht

Das Prinzip der Personalvermittlung basiert nicht zuletzt darauf, dass selbst kurzfristige Ausschreibungen für den Bewerber „relevant“ werden. Denn dieser arbeitet eng mit dem Personaldienstleister zusammen, der wiederum durch Kontakte zu Unternehmen weiß, was zu welchem Zeitpunkt gesucht ist. Selbst wenn die berufliche Veränderung nicht ad hoc stattfinden muss, sondern viel eher der „richtige Zeitpunkt“ abgewartet werden soll. Und in genau diesem Moment greift das Konzept der Personaldienstleister, interessante Stellen zeitnah zu sondieren und anzubieten, ganz nach den Voraussetzungen aufseiten des Bewerbers.

Die Personalvermittlung „weiß“ also, wer tatsächlich zur Verfügung steht, und zwar in jeder Hinsicht. Statistiken legen nahe, dass hierdurch entsprechende Übergangszeiten von einem zum anderem Job entweder ganz entfallen oder deutlich verkürzt werden. Auf diese Weise behalten Bewerber ihr natürliches Verhandlungsgeschick gegenüber zukünftigen Arbeitgebern, zugleich vermeiden sie das Risiko, möglicherweise nicht optimale Stellen nur aufgrund einer drohenden Arbeitslosigkeit zu wählen – womit sie ein Teil ihres Potenzials vergeuden würden.

Weitere Hinweise zur Personalvermittlung und Fazit

Üblicherweise ist der mit einer Personaldienstleistung verbundene Aufwand, insbesondere für Vermittlung und Beratung, für den Bewerber vollkommen kostenfrei. Er behält zudem sein Mitspracherecht und dahingehend auch Einfluss in Bezug auf die Vermittlung gegenüber bestimmten Firmen. Personaldienstleister und Bewerber arbeiten auf Grundlage einer engmaschigen, zeitnahen Abstimmung und Kommunikation. Auf diese Weise erhält kein Unternehmen entsprechende Bewerbungsunterlagen, die nicht explizit seitens des Bewerbers freigegeben wurden.

Interessierte sollten bei der Wahl des Personaldienstleisters auf Erfahrungswerte setzen, die physische Präsenz in den Regionen sowie Seriosität – dargestellt etwa in Mitgliedschaften im Arbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) oder der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Professionelle Dienstleister arbeiten zugleich mit einem Arbeitsschutzmanagementsystem, worin vor allem arbeitsplatzbezogene Gefährdungspotentiale eine Rolle spielen.

Er fungiert gegenüber dem Bewerber also auch als unabhängiger Dritter, der mögliche Einsatzzeiten und sicherheitstechnische Einweisungen zuvor koordiniert. Relevant vor allem bei Arbeitsplätzen in der Industrie, die naturgemäß mit einem höheren Risiko bezüglich Arbeitsunfällen verbunden sind.