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Wie wird unser Arbeitsleben in 100 Jahren aussehen? ArbeitsRatgeber.de hat die wichtigsten Trends zusammengetragen – einschließlich entsprechender Fehlentwicklungen...
Worst case:
Der Mensch wird zunehmend Opfer des Arbeitsprozesses bzw. er opfert sich in der Arbeit auf für Ziele von anderen. Sein Wert bemisst sich allein darauf, wie gut er der "Organisation", dem System dient. Wird seine Leistung als nicht mehr ausreichend nützlich erkannt, wird er ausgesondert.
Worst case:
Die eigenen Bedürfnisse gehen immer mehr in den Anforderungen der modernen Arbeitswelt auf. Der Einzelne verliert seine Identität.
Worst case:
Eine Welt voller Armut. Die Macht des Stärkeren über Leben und Tod. Die wertlose Gesellschaft, das heißt, alle Werte eines geordneten Zusammenlebens werden über Bord geworfen.
Worst case:
Zunehmender Machtmissbrauch durch die politische und ökonomische Elite. Der Mensch wird in seiner Berufswahl zunehmend fremdbestimmt; er wird bestimmten Kategorien oder Aufgaben zugeordnet, oder, wenn er für nicht mehr taugt für Wirtschaft und Gesellschaft, abgeschoben! Heißt: Im Alter nur noch entsorgt.
Die Unternehmen in den westlichen Industriegesellschaften verlagern immer mehr weniger qualifizierte Arbeitsplätze ins lohngünstigere Ausland. Gleichzeitig wächst die Zahl der neuen Berufe/Arbeitsplätze in hochentwickelten Branchen nur bescheiden, da auch in diesem Bereich durch Rationalisierungen immer weniger Bedarf entsteht und zunehmend auch qualifizierte Anforderungen im billigeren Ausland erbracht werden. Fazit: Der Sockel der Arbeitslosigkeit wird immer höher. Die Politik wird sich von der Lüge verabschieden müssen, dass die Arbeitslosenquote gesenkt werden kann. Zugleich bedeutet das, dass für die Finanzierung des Lebensminimums neue Konzepte gefunden werden müssen.
Worst Case:Es entstehen Ghettos mit Arbeitslosenquoten bis zu 50 Prozent. Dort herrschen Gewalt, Krankheit und Elend.
Alle müssen ihren Platz in der Gesellschaft haben. Der Fortbestand einer Gemeinschaft beruht darauf, dass jeder Einzelne ein wertvolles Mitglied der Community ist, seinen Platz darin findet und nicht ins Abseits gedrängt wird. Dies gilt es, dem Einzelnen zu vermitteln. Mittlerweile weisen allerdings unübersehbare Signale darauf hin, dass die Werte in der Gesellschaft zunehmend ungleicher verteilt werden. Die Konsequenz wird sein, dass bestimmte sozial schwächere Gruppen immer unzufriedener werden, dazu zählen vor allem die Arbeitslosen – nicht zuletzt unter den Jugendlichen ohne Perspektive – und die wachsende Zahl der Rentner. Daraus können starke Macht-/Ohnmacht-Konflikte mit enormem Sprengstoff entstehen.
Daher wird das Thema einer Balance zwischen den gesellschaftlichen Gruppen immer drängender. Anders gesagt: Die Solidarität der Gemeinschaft bleibt entscheidend für die Aufrechterhaltung eines Staatskonsenses. Dies erfordert, dass Eigeninteressen zugunsten des Gemeinschaftsinteresses zurückstehen. Das heißt, alle Gesellschaftsschichten haben ihren gerechten, adäquaten Beitrag zu leisten (Ausgleich der Gruppeninteressen), sonst droht die Gefahr zersetzender Machtkämpfe.
Worst Case:
Chaotische Zustände. Jeder will nur seine egoistischen Interessen durchsetzen und seine Pfründe mit allen Mitteln bewahren. Der Einzelne fühlt sich nicht mehr "zugehörig", er empfindet sich als ausgeschlossen und rebelliert. Es entsteht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, mit der Folge wachsender sozialer Unruhen und Massenproteste der sozial Benachteiligten, die schnell in Gewalt umschlagen können. Der Staat reagiert mit Härte, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.
Die Auflösung bisher gültiger gesellschaftlicher Strukturen bewirkt, dass sich zugleich alte Berufsbilder, da überholt, auflösen. Gleichzeitig entstehen neue Berufszweige, die sich sozialen Diensten oder alternativen Bereichen verpflichtet fühlen. Vielleicht gezwungenermaßen, weil zunehmende Umweltkatastrophen (Feuersbrünste, Überschwemmungen, Erdbeben, Dürren, "Jahrhundertstürme") die Solidarität und gemeinschaftliche Hilfe erfordern und auch hervorrufen. Beispiele dafür gab es schon genug. Diese Dienstleistungen erfolgen bis zu einem gewissen Grad freiwillig, bieten aber auch neue, zum Beispiel "gemischte" Jobstrukturen.
Worst Case:
Die Bürger sind müde, immer nur unentgeltlich die Löcher zu stopfen, die durch eine falsche Politik gerissen werden. Umweltkatastrophen erreichen ein Ausmaß, das nicht mehr beherrschbar ist und die Finanzen von Bund und Ländern so strapazieren, dass sie den Offenbarungseid leisten müssen. Auch die freiwilligen Gemeinschaftsdienste helfen nicht mehr.
Der Widerspruch zwischen jugendwahn und demographischer Entwicklung wird eklatant. Tatsächlich sind 2030 fast 60 Prozent der Deutschen 50 und älter (2000: 50 %). Zugleich finden immer weniger ältere Menschen Arbeit. Das hat zur Folge,dass die Jüngeren immer stärker für die Renten der Älteren bluten müssen, über höhere Rentenbeiträge und über Mehrarbeit. Der "Generationenvertrag" wird zu Makulatur und dem Rentenkonzept droht der Kollaps. Eine neue Altersarmut dürfte die Folge sein.
Worst Case:
Der Konflikt zwischen alt und jung verschärft sich, bis hin zu offenen Diskrminierungen und Gewalttaten. Die Mehrheit der älteren Menschen ist vom sozialen Leben ausgegrenzt, abgeschnitten von allen Erwerbsmöglichkeiten und fristet bis zum Tod ein kümmerliches Dasein.
Autor: Friedrich Maier
Freiberuflicher Journalist, Seminarleiter, Coach
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