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Mentoring und Mentoring Programme

Letzte Aktualisierung: 11/05/2018 | Karriere

Definition, Erklärung

Beim Mentoring geht es darum, Berufseinsteigern, Nachwuchskräften und Studierenden sogenannte Mentoren an die Seite zu stellen, die in Karriere- und Fachfragen beraten, coachen, Kontakte verschaffen und bei Problemen weiterhelfen. Sie fördern die persönliche und berufliche Entwicklung des Mentees. Ein Mentor oder eine Mentorin ist dabei ein Ratgeber oder Lehrer, der sich durch sein besonderes Engagement oft zu einem erfahrenen Freund entwickeln kann. Unternehmen verfolgen mit Mentoring Programmen vor allem das Ziel, ihre jungen Nachwuchskräfte möglichst schnell für ihre Aufgabe fit zu machen. Die Programme sind darauf ausgelegt, die passenden Tandems von Mentee und Mentor zu bilden, die jeweiligen Zielsetzungen zu definieren und dem Mentoring einen strukturellen Rahmen zu geben. Nach dem Prinzip des „Fördern und Fordern“ werden dabei auch schwierige und unangenehme Themen angeschnitten und Arbeitsaufgaben gestellt.

Der Nutzen eines Mentorenprogramms ist

    für den Mentee

  • Einarbeitung im neuen Job und evt. im Unternehmen
  • Lernen von Führungsverhalten, Anwendung von Gelerntem aus Führungsseminaren
  • Reflexion und Austausch von erlebten schwierigen Situationen und deren Bewältigung
  • Aufbau von Selbstvertrauen durch das Wissen, „ich stehe nicht allein da, sondern werde unterstützt und kann auf jemanden zurückgreifen, dem ich vertraue und der ähnliche Situationen selbst erlebt hat“
  • Durch das gestärkte Selbstvertrauen größere Bereitschaft, sich auch an schwierige Aufgaben heranzutrauen
  • Lernt die informellen Strukturen eines Unternehmens kennen und verstehen und kann dieses Wissen für seine Aufgaben nutzen
  • Bekommt Zugang zu den Netzwerken seines Mentors
    für den Mentor

  • Reflektiert durch die Auseinandersetzung mit seinem Mentee unterschiedliches Verhalten und bekommt dadurch neue Anregungen für sein eigenes Führungsverhalten
  • Lernt neues Managementwissen kennen und profitiert von den Netzwerken seines Mentees, z.B. in die Hochschule oder Universität
  • Fühlt sich anerkannt und respektiert, dass er sein Wissen und seine Erfolgsgeheimnisse weitergeben kann
    für das Unternehmen

  • Schneller und effizienter Einsatz der „High Potentials“ in ihren neuen Funktionen
  • Austausch und Weitergabe von Erfahrungen und Wissen zwischen „Jung“ und „Alt“
  • Förderung der Unternehmenskultur und der Identifikation mit dem Unternehmen
  • Abteilungsübergreifende Kommunikation

Das Konzept des Mentoring wird und wurde gerne verwendet, um einen Nachfolger aufzubauen. Heutzutage profitieren gerade Frauen davon, um Managementpositionen zu erreichen.

Tipps, Checkliste

    Für den Mentee

  • Informieren Sie sich über geeignete Mentorenprogramme. Fragen Sie in Ihrem Unternehmen danach oder suchen Sie sich selbst einen Mentor
  • Wählen Sie als Mentor nicht Ihren Vorgesetzten, da dieser über Ihr Einkommen und Ihre Karriere entscheidet. Gut eignen sich dagegen Führungskräfte aus anderen Unternehmensbereichen, von externen Unternehmen oder aus der Hochschule und hochschulnahen Institutionen
  • Bedenken Sie, dass ein Coach im Gegensatz zu einem Mentor eher Ihr Führungsverhalten z.B. in Entscheidungssituationen mit Ihnen zu analysieren versucht. Nicht immer liegen aber die Probleme in Ihrer Person, sondern sind durch organisatorische Strukturen oder durch die Aufgabenstellung an sich begründet. Ein Mentor kennt aufgrund seiner Erfahrungen und durch sein Unternehmenswissen diese Zusammenhänge und kann Ihnen daher in solchen Fällen eher weiterhelfen
  • Treffen Sie sich regelmäßig mit Ihrem Mentor und fragen Sie ihn nach seinen Erfahrungen in konkreten Situationen
  • Achten Sie darauf, dass die „Chemie“ zwischen Ihnen und Ihrem Mentor stimmt. Sie müssen ihm vertrauen können, um ihn wirklich mit Ihren Problemen, bedingt durch Ihre fehlende Erfahrung aber auch durch Ihre Persönlichkeit, zu konfrontieren
    Für den Mentor

  • Erinnern Sie sich an Ihre Anfangszeiten als Führungskraft, an Ihre damaligen Probleme und Ängste
  • Nehmen Sie sich selbst zurück. Lösen Sie die Problemsituationen nicht selbst, sondern initiieren Sie Lernprozesse bei Ihrem Mentee und begleiten Sie ihn dabei
  • Geben Sie Ihrem Mentee Feedback
  • Lassen Sie Ihren Mentee an Ihren Erfahrungen teilhaben. Was hat in bestimmten Situationen wie gewirkt?
  • Behandeln Sie die Gespräche mit Ihrem Mentee streng vertaulich

Informationsquellen

Literatur

  • Das richtige Persönlichkeitsprofil des Mentors, seine methodischen Kenntnisse, angemessene Rahmenbedingungen im Unternehmen sowie eine stimmige „Passung“ zwischen Mentor und Mentee bilden die Grundlage für ein erfolgreiches Mentoring. In Business-Mentoring – Manager als interne Berater in turbulenten Zeiten erläutern viele Beispiele diese konzeptionellen Hintergründe und des gesamten Mentoring-Prozesses von A bis Z.
  • Weniger Rezeptbuch um möglichst schnell die Karriereleiter zu erklimmen, als einen kompakten Überblick über die Instrumentarien moderner Personalentwicklung, über Trends und Moden, mit Nennung der Auswahlkriterien und Tests bietet High Potentials mit den Untertiteln „Wie komme ich in die Führungsauswahl, Mentoring und Coaching“
  • An Frauen richtet sich Mentoring-Programme für Frauen in der Wissenschaft
  • Mentoring für Frauen
    Eine Strategie zur beruflichen Förderung von Frauen