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Headhunter vs. Personalberater vs. Personalvermittler

Letzte Aktualisierung: 11/08/2017 | Aktuell

Drei Begriffe, ein Beruf? Wer macht eigentlich was? Und wer ist der Richtige – für was eigentlich?

Im Bereich der Personalgewinnung tummeln sich viele unterschiedliche Begriffe, wenn es um die Berufsbezeichnung bei der Suche nach Arbeitnehmern geht. Für viele Personalabteilungen fällt die Unterscheidung schwer

Externe Personaldienstleister werden von Unternehmen aus den verschiedensten Gründen mit einem Mandat beauftragt: Gerade wenn ein Unternehmen die Geschäftszweige erweitern will oder eine neue Stellenbesetzung bevorsteht, wird anonym nach Kandidaten gesucht. Zum einen soll die Konkurrenz noch nicht wissen, wie expandiert wird, zum anderen der aktuelle Stelleninhaber nichts davon mitbekommen, dass er ersetzt werden soll. Darüber hinaus nehmen die externen Dienstleister den Unternehmen den Bewerbungstriathlon ab:

Diese Personaldienstleister werden wahlweise Personalberater, Headhunter, Personalvermittler als auch Executive Search Consultant oder Management Consultant genannt. Eine Abgrenzung ist für Außenstehende schwer möglich, da diese sich inhaltlich größtenteils gleichen und oft nur in der Vorgehensweise unterscheiden. Die folgende Übersicht konzentriert sich auf die drei gängigsten Berufsbilder aus dem Bereich Personalgewinnung und verschafft den mittelständischen Unternehmen eine klare Sicht auf Nutzen und Wirkung ihrer Tätigkeiten.

Headhunting – seriös und professionell

Headhunter oder auch Executive Search Consultant genannt, befassen sich überwiegend mit der Personalrekrutierung für Festanstellung mit einem professionellen Search-Select-Prozess: Das gesuchte Klientel sind überwiegend hochqualifizierte Führungskräfte, Geschäftsführer und Top Manager auf oberster Ebene, wo eine geringe Chance besteht, dass sich ein geeigneter Kandidat auf eine Stellenanzeige bewirbt. Die Berater konzentrieren sich dabei vor allem auf die direkte Ansprache (direct search). Dabei werden Kandidaten angerufen, die womöglich gar nicht auf der Suche nach einem neuen Job sind, in einem festem Arbeitsverhältnis stehen, aber durch ein attraktives Angebot – höhere Bezahlung oder ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter – von einem Wechsel begeistert werden können. Eine besonders in den USA weit verbreitete Art, Personal gezielt von Konkurrenten abzuwerben.

Das Entgelt für die Vermittlung eines Kandidaten variiert und wird oft individuell ausgehandelt: Seriöse Executive Search Berater bekommen eine Erfolgsprämie bei Vertragsabschluss – zwischen 20 und 25 Prozent des Jahresbruttogehaltes der zu besetzenden Position und des Schwierigkeitsgrades – oder eine einmalige Aufwandspauschale vor Suchbeginn plus einer Abschlussprämie, die oft erst nach der Probezeit komplett beglichen wird.

Dafür betreiben die Headhunter auch einen professionellen Aufwand: Persönlichkeitstests qualifizierter Kandidaten, regelmäßiger Feedbackaustausch mit den Auftraggebern und Betreuung im gesamten Findungsprozess.

Personalberatung – erweitertes Headhunting

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird auch der Personalberater oft als „Headhunter“ bezeichnet, da das Kerngeschäft ursprünglich ebenso die Unterstützung bei der Personalsuche nach und Auswahl von Fach- und Führungskräften ist. In der heutigen Zeit macht die Personalberater aber viel mehr: Neben der Personalrekrutierung bieten sie zusätzlich eine direkte Beratung der mittelständischen Unternehmen hinsichtlich deren Personalmanagements, Personalmarketing, Organisation des Personalwesens und Ausgestaltung einer Personalentwicklung. Gewissermaßen ist die Personalberatung ein Headhunting plus Consulting im Human Ressource Bereich respektive HR-Themen.

Spezialisierte Personalberater haben ihre Handlungsfelder noch weiter ausgedehnt und bieten für Führungskräfte Einzel-Coachings und Assessments-Center-Coachings an: Vorbereitung auf den bevorstehenden Bewerbungsprozess, Hilfe bei beruflichen Entscheidungen oder Tipps bei der individuellen Weiterentwicklung.

Im Bereich der Personalsuche legen Personalberater Wert auf Exklusivität: Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen Mandant und Personalberater beinhalten, dass bei der Suche nach Kandidaten kein weiterer Personaldienstleister beteiligt sein darf – die Entlohnung erfolgt bei Auftragsbeginn. Die erweiterten Dienstleistungen, wie die Personalbeurteilungsmaßnahmen und Personalentwicklungen werden je nach Aufwand berechnet.

Personalvermittler – zeitliche Überlassung

Das einzige Geschäftsfeld der Personalvermittler ist die Vermittlung von Personal auf Zeit – kurz: Es sind Zeitarbeitsunternehmen, die Arbeitgebern potentielle Kandidaten vorstellen – erhalten aber erst bei erfolgreicher Einstellung Provision. Vermittelt werden ausgebildete Fachkräfte oder Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung, oft nur für einen kurzen oder begrenzten Zeitraum, um vorübergehende Vakanzen in den Firmen zu überbrücken. Personalvermittler schalten, üblicherweise im Auftrag der personalsuchenden Unternehmen, Stellenanzeigen, sammeln die Bewerbungen und überlassen den Arbeitgebern die Personalauswahl, bieten aber keine personaldiagnostischen Untersuchungen an.

Erfolgt – über die befristete Überlassung des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber hinaus – eine Festanstellung, wird extra kassiert. Der Dienst des Personalvermittlers lohnt sich für Arbeitgeber, die einen absehbaren Zeitraum – Krankheit oder Schwangerschaft – überbücken wollen, schnell Ersatz brauchen und nicht auf die Qualität des Bewerbers achten müssen.