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Essay

Letzte Aktualisierung: 22/12/2013 | Über uns

Als Kind hatte ich einen Globus, der meinen beiden Brüdern und mir die Welt näher brachte. Wir hatten uns ein simples Spiel ausgedacht. Mit geschlossenen Augen zeigte einer von uns auf einen beliebigen Punkt der Weltkugel. Dem älteren Bruder stand die Aufgabe zu, Informationen über genau das Land, das unser Zeigefinger angetippt hatte, aus dem Lexikon vorzulesen. So erfuhren wir spielerisch, wie groß China ist, wie viele Einwohner Brasilien hat und dass Madagaskar eine Insel ist, auf der der Pfeffer wächst.

Der Globus aus Kindertagen hat diverse Umzüge überstanden und ist jetzt in meinem Büro gelandet. Ich hatte es mir eingerichtet, nachdem ich meinen gut bezahlten Job in einem global operierenden Unternehmen gekündigt hatte.
Nach 16 Jahren Betriebszugehörigkeit hatte mich zunehmend ein Gefühl der Unzufriedenheit beschlichen. Ich beschloss, eine Auszeit zu nehmen und mir Gedanken darüber zu machen, wie ich meinem Berufsleben zu neuem Schwung verhelfen könnte.

Aber zuerst einmal wollte ich reisen. Wie in den Tagen meiner Kindheit saß ich vor meinem Globus, zog Nepal oder Peru in Erwägung und erhoffte mir, durch das Abtauchen in eine fremde Kultur, meinen Kopf frei zu bekommen für neue Impulse.
Doch es kam alles anders. Die Idee einer Reise erschien mir plötzlich als Flucht und anstatt in Nepal oder Peru, landete ich an einer renommierten Schweizer Universität. Während meines 18 monatigen MBA-Studiums lernte ich, wie Wirtschaft in einer globalisierten Welt funktioniert.

Hatte ich als Kind bei unserem „Globus-Spiel“ nur davon geträumt, all die fernen Regionen zu bereisen, auf die mein Finger zufällig gelangte, begriff ich nun, wie sehr die Länder dieser Welt, innerhalb weniger Jahrzehnte aufgrund technischer Errungenschaften, faktisch näher zusammen gerückt waren und welche Herausforderung dies für die Weltwirtschaft bedeutet.

Ich begann, darüber nachzudenken, wie sehr die Globalisierung der Wirtschaftswelt bereits jetzt unsere Arbeitswelt verändert hat und in Zukunft weiter verändern wird.

Mehr denn je sehen wir uns mit Fragen konfrontiert, auf die wir keine oder nur sehr unzureichende Antworten finden:
Wie sicher ist mein Arbeitsplatz? Was, wenn das Unternehmen, für das ich seit Jahren arbeite, in ein Billiglohnland abwandert? Wie kann ich mich weiter qualifizieren? Welche Arbeitszeitmodelle gibt es? Welche Branchen haben eine Zukunft?

Je mehr ich mich mit dem Thema „Auswirkung der Globalisierung auf die Arbeitswelt“ beschäftigte, umso mehr fühlte ich mich an unser „Globus-Spiel“ erinnert. Ich hatte mit dem Finger auf etwas getippt, über das ich mehr erfahren wollte.

Also begann ich, nach Publikationen zu suchen, die sich mit dem Thema Arbeit beschäftigen.

Innerhalb kurzer Zeit war mein Büro mit Schriften übersät, die sich partiell und auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema auseinandersetzen. Aber eine branchenübergreifende Zeitschrift oder ein Internetportal, die sich ausschließlich dem widmen, was wir unsere berufliche Existenz nennen, war nicht zu finden.
Hinter einem Berg mehr oder weniger hilfreicher Ratgeber wie „Wege zum Traumjob“ oder „Wie bewerbe ich mich richtig“, einer Fülle von Wirtschaftsmagazinen, die unter der Rubrik „Arbeit“ von der erfolglosen Jobsuche ehemals erfolgreicher Manager berichten und Frauenmagazinen, die sich gelegentlich einen Artikel mit der Überschrift „Wie sag ich’s meinem Chef?“ gönnen, war mein Globus komplett verschwunden.

Das war die Geburt einer Geschäftsidee. Sicherlich war ich nicht der einzige Mensch auf der Suche nach beruflicher Neuorientierung und Informationen in einer sich dramatisch wandelnden Arbeitswelt.

Der Entschluss, das, was ich nicht finden konnte, selbst auf die Beine zu stellen, nämlich eine Internetplattform heraus zu bringen, die dem Leser ausschließlich Informationen zum Thema Arbeit liefert, begann zu reifen.
Die Suche nach Mitstreitern mit journalistischem Background und der Bereitschaft, mit viel Idealismus und ohne Bezahlung an diesem Projekt mit zu arbeiten, war schwierig.

Aber mit der Kraft, meine Idee unbedingt in die Tat umsetzen zu wollen, gelang es mir schließlich, ein Gründungsteam auf die Beine zu stellen.
Zusammen mit Journalisten und einer Grafikerin konnten erste Artikel erstellt werden. Zwei Web-Designer halfen bei der Konzeption der Internetplattform. Die Artikel sind mittlerweile Bestandteil von ArbeitsRatgeber.com, dessen Erstellung, Pflege und Weiterentwicklung ich nunmehr allein vorantreibe.

Einer war und ist immer mit dabei, ob ich allein über den Inhalten schwitze oder mit anderen in meinem Büro zusammen sitze und wir uns die Köpfe über Struktur, Themen und Finanzierung heiß reden: der Globus.



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