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Erfolgreiche Selbstvermarktung oder Marke „Ich“

Letzte Aktualisierung: 28/04/2014 | Kompetenzen

Definition, Erklärung

Produkte mögen eine ansprechende Verpackung, prominente Personen ebenso. Und was tun Sie, um auf dem Arbeitsmarkt wahrgenommen zu werden?

Für Stars und Prominente aus Sport, Kunst, Film und Fernsehen gehörte es schon immer zum Beruf. Andere Personen des öffentlichen Lebens wie Politiker und Wirtschaftsbosse haben es in den letzten Jahren zunehmend gelernt: Die Selbstinszenierung, den Aufbau einer eigenen Marke, die Vermarktung des eigenen „Ichs“. Und langsam, aber sicher hält das Marketing auch Einzug im Arbeitsalltag. Oder wozu sonst dienen ein Bewerbungsfotograf, ein Bewerbungscoaching mit Nachstellen und Proben der Bewerbungssituationen, oder eine Karriereberatung? Das zeigt sich besonders im Anspruch mancher Bewerbungsberater, für ihre Kunden Bewerbungsmappen zu erstellen, die einen nachhaltigen Eindruck auf die Personalentscheider eines Unternehmens bewirken sollen. Selbst Arbeitslose planen ihre „Auftritte“ und haben ihre PR-Sprecher, wie uns der Fall des Arbeitslosen Henrico Frank demonstriert hat.
Doch was gehört nun alles zur Marke „Ich“?

Äußeres Erscheinungsbild
Der Hustensaft wird in einer einfachen Flasche verkauft, das Parfüm dagegen in aufwendig gestalteten und speziell entworfenen Flakons. Warum? Dahinter stehen Wertvorstellungen, die über die Verpackung auf das Produkt transportiert werden sollen. Der Flakon strahlt Luxus und Einzigartigkeit aus, während die Flasche des Hustensaftes Medizin, Gesundheit, Alltagsgegenstand für jedermann vermitteln soll. Oder, um bei den Stars und Prominenten zu bleiben, eine Paris Hilton präsentiert sich anders als der Boxer Henry Maske, die Geigerin Anne-Sophie Mutter anders als ein DJ Bodo, der Vorstand der Deutschen Bank Josef Ackermann anders als der Arbeitslose Henrico Frank. Mit diesen Namen verbindet jeder eine Vorstellung über das Äußere wie Kleidung, Auftreten, Verhalten, Pflege, Schmuckgegenstände.
Auch im normalen Berufsleben zeigen sich abhängig von Branche, Beruf, Hierarchie und Kunden Unterschiede: Der Bankbeamte tritt anders auf als ein Entwickler in einem Start-Up, der Vorstand anders als der Auszubildende an der Werkbank, die Stewardess anders als die Bedienung in einer Disco.
Dementsprechend ist es auch für Sie wichtig, zu überlegen, welches Outfit in Ihrem Beruf, in Ihrer Branche passt und erwartet wird. Wenn es Ihnen darüber hinaus gelingt, einen individuellen Touch in Ihr Erscheinungsbild zu bringen, sind Sie auf dem besten Weg, sich eine „Corporate Identity“ zuzulegen.

Corporate Identity (CI) oder Persönlichkeit
Wikipedia definiert Corporate Identity, „auch Unternehmensidentität, als die „Persönlichkeit“ bzw. den „Charakter“ einer Organisation, die als einheitlicher Akteur – mit quasi menschlichen Eigenschaften – handelt und wahrgenommen wird“. Dies impliziert zugleich, dass diese Eigenschaften immer wieder, auch in verschiedenen Situationen, sichtbar sind, in ihrer Ausprägung konsistent sind und mit dem Unternehmen eindeutig in Verbindung gebracht werden.
In Zusammenhang mit Unternehmen heißt es Corporate Identity. Bei Personen spricht man dagegen von Persönlichkeit oder gar Charisma. Diese darf und soll sich auch im Berufsleben zeigen. Selbst in Berufen mit Uniform lassen sich gewisse Unterschiede bei den Personen feststellen, die Rückschlüsse auf ihre Herkunft, ihre Zugehörigkeit und ihre Wertvorstellungen ermöglichen. Auch als Sekretärin lässt sich an der eigenen Corporate Identity arbeiten. Denken Sie nur daran, wie unterschiedlich sie von außen wahrgenommen wird. Das Bild kann dem Vorzimmerdrachen entsprechen bis hin zur Mutter der Abteilung.
Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie Ihre CI aussehen könnte?

Markenentwicklung und Marketingkonzept Ein neues Produkt muss erst seine Marke entwickeln und sich durch ein geeignetes Marketingkonzept erfolgreich verkaufen. Auch Coca-Cola oder Tempo sind nicht geboren worden, um die Produkte Erfrischungsgetränke oder Papiertaschentücher stellvertretend zu repräsentieren. Beides sind hervorragende Beispiele dafür wie es durch Corporate Identity, Erscheinungsbild und permanentem Marketing gelingt, über Jahrzehnte Produkte auf dem Markt zu platzieren. Auch Prominenten wie Marilyn Monroe, Mahatma Gandhi, Elvis Presley bis hin zu Michael Schuhmacher gelang es, sich als eine weltbekannte „Marke“ zu etablieren.

Es muss nicht immer die große, weite Welt sein. Sie können auch als „Marke“ in Ihrem Umfeld wahrgenommen werden. Wenn es heißt, Herr XYZ bringt jedes Projekt zu einem Erfolg oder Frau SoundSo wickelt jeden Kunden um den Finger, haben Sie es geschafft.

Literatur