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Duzen oder Siezen

Letzte Aktualisierung: 25/11/2014 | Kompetenzen

Definition, Erklärung

Du oder Sie? Immer wieder Unsicherheit ruft diese Frage hervor. Sie ist einem stetigen Wandel unterworfen. Während vor 50 Jahren das „Sie“ die gängige Form war, wurde anfangs bei e-mail-Nutzern fast grundsätzlich die „Du“-Form verwendet. In diesem Fall ein Ausdruck der Dazugehörigkeit. Mittlerweile zeigt sich auch hier eine Abkehr von dieser Praxis.

Das Du signalisiert eher eine gewisse Nähe und Vertraulichkeit, wobei es nicht mit Freundschaft gleichzusetzen ist. Gerade unter Gleichaltrigen lässt sich eine Geschäftsbeziehung damit ungezwungener aufbauen. Dagegen weist die Sie-Form auf Distanz und Förmlichkeit hin. Grundsätzlich gilt, dass sich fremde Erwachsene im Geschäftsleben mit Sie ansprechen.

Ob man sich duzt oder siezt ist auch eine Frage des Firmenstils und der Branche. In den Medien, der Werbung und der Computerbranche gehört es eher zur Praxis als bei Banken, Versicherungen und großen Kanzleien. Vorsicht ist beim Duzen zwischen Vorgesetztem und Mitarbeitern angebracht. Konflikte und unangenehme Themen wie Einkommen, Arbeitsüberlastung, Versetzung oder gar Kündigung sind dann weitaus schwerer anzusprechen.

Tipps, Checkliste

  • Beobachten Sie die Praxis des „Du“ in Ihrem Arbeitsumfeld, bevor Sie selbst jemandem das „Du“ anbieten. Wer ist mit wem per „Du“, ist es Firmenstil, wie wird damit umgegangen, bei welchen Gelegenheiten wird es angeboten
  • In einem Unternehmen oder einer Institution bietet grundsätzlich der Ranghöhere dem Rangniederen das „Du“ an. Umgekehrt ist es ein Fauxpas
  • Zum Anbieten des „Du“ reicht ein Handschlag. Im Geschäftsleben ist ein Verbrüderungsakt unangebracht
  • Auch ein „Du“ erfordert Höflichkeit und den Ausdruck von gegenseitigem Respekt
  • Erhalten Sie zum Beispiel auf einer Feier unter Einfluss von Alkohol das „Du“ angeboten, sollten Sie sich am nächsten Tag damit zurückhalten. Erst wenn Sie nochmals darauf aufmerksam gemacht werden, können Sie sicher sein, dass es tatsächlich so gemeint war
  • In angelsächsischen Unternehmen, die in Deutschland eine Niederlassung haben, wird häufig eine Mischform praktiziert. Sie siezen die Kollegen, sprechen sich aber mit ihren Vornamen an
  • Sie können ein „Du“ ablehnen. Gehen Sie dabei so freundlich wie möglich vor und verweisen sie auf grundsätzliche Prinzipien. Allerdings wird Ihnen diese Person dann wahrscheinlich nie wieder das „Du“ anbieten. Eine Ablehnung können Sie beispielsweise mit „Ich fühle mich geschmeichelt, danke. Ich finde, dass Siezen gegenüber dem Duzen im Büro viele Vorteile mit sich bringt. Daher würde ich gerne weiterhin beim Sie bleiben“ begründen
  • Ein nicht ausdrücklich erlaubtes Duzen wird als Beleidigung aufgefasst und kann auf Antrag des Beleidigten sogar strafrechtlich verfolgt werden. Hierzu gehört besonders das Duzen von Amtspersonen. Ausnahmen: Sportvereine, ländliche Gegenden in Bayern, Österreich und in der Schweiz
  • Die Rückkehr zum Siezen wird gezielt eingesetzt, um eine besondere Distanz zu signalisieren und eine Person aus dem Kreis der Vertrauten auszugrenzen. Man zeigt, dass man mit dieser Person nichts zu tun haben will

Arbeitsrecht, Urteile

  • Urteil 14 Sa 1145/98:
    Belegschaft – per Du wenn alle zustimmen

Informationsquellen

Literatur



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