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Crowdfunding: Definition, Möglichkeiten und Tipps

Letzte Aktualisierung: 21/01/2015 | Existenzgründung

Definition, Erklärung

Crowdfunding ist eine Möglichkeit der Finanzierung im Internet. Hierbei können Existenzgründer Kapital für ihre Geschäftsidee einwerben, aber auch Künstler, z.B. zur Finanzierung von Filmen, oder bestehende mittelständische Unternehmen für technologische Innovationen. Dabei geht es darum, Beträge von möglichst vielen Unterstützern zu erhalten, wobei dies in der Regel kleinere Geldbeträge sind. Es werden die Möglichkeiten des Web 2.0, also die Social Media zur Kommunikation genutzt. Auf speziellen Internetplattformen wird dabei das jeweilige Projekt vorgestellt und das notwendige Kapital genannt. Jeder, der von diesem Projekt überzeugt ist, kann Geld geben. Im Gegenzug erhält der Kapitalgeber Prämien oder Produkte. Gerade bei Non-Profit-Initiativen handelt es sich meist um Spenden. Anders als beim Crowdinvesting erwirbt der Geldgeber keine Beteiligung und daher auch kein mögliches Mitspracherecht am Unternehmen.

In vielen Fällen gilt auf den Crowdfunding-Plattformen das Alles-oder-Nichts-Prinzip oder Threshold-Pledge: Kann das genannte Kapital nicht wie vorgesehen eingesammelt werden, wird das bereits eingezahlte Geld wieder an die Kapitalgeber zurückbezahlt. Wird sogar mehr Geld als benötigt akquiriert, wird das gesamte Volumen eingesetzt.

Im deutschen lässt sich der Begriff am besten mit Schwarmfinanzierung übersetzen. Crowdfunding unterscheidet sich vom Crowdinvesting dadurch, dass viele kleine Beträge angelegt werden und der Gewinn nicht im Vordergrund steht, sondern Incentives ausgegeben werden, wie z.B. freie Eintrittskarten, Produkte oder auch die Erwähnung als Projektförderer auf eigenen Internetseiten, auf Schautafeln, in Pressemappen u.ä.

Formen von Crowdfunding:

  • Crowdsupporting: Kreative Projekte unterstützen gegen nicht-monetäre Gegenleistungen
  • Crowdinvesting: Startups und Unternehmen unterstützen gegen Anteile am Unternehmen
  • Crowdlending: Kreditunterstützung gegen Zinsen (statt Bank direkte Kontakte zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer)
  • Crowddonation: Unterstützung mit Spenden ohne Gegenleistung

Nutzen von Crowdfunding:

  • Finanzierung von Projekten
  • Verkauf von Produkten vor Fertigstellung
  • Erzeugen von Aufmerksamkeit für Projekt
  • Frühes Feedback auf Projekt durch Meinungsäußerungen auf erfolgte Beschreibung/Vorstellung auf Crowdfunding-Plattform

Tipps, Checkliste

Projektinitiatoren:

  • Prüfen Sie, ob Crowdfunding eine Möglichkeit zur Finanzierung für Sie ist. Gerade, wenn Banken als Kapitalgeber nicht gewonnen werden können, wäre das eine interessante Alternative
  • Wählen Sie eine für Ihr Geschäft oder Ihre Business Idee passende Crowdfunding Plattform. In größeren Städten gibt es auch Plattformen, die lokale Geschäftsmodelle unterstützen
  • Stützen Sie Ihre Finanzierung nicht nur auf Crowdfunding, sondern nutzen Sie auch weitere Möglichkeiten der Finanzierung
  • Beschreiben Sie Ihr Projekt ausführlich und verständlich. Nennen Sie die benötigte Summe, das Zeitlimit und überlegen Sie sich eine attraktive Gegenleistung
  • Untermauern Sie Ihr Projekt durch Bilder oder individuelle Filme. Dabei sollten Sie auch Ihre Motivation erläutern
  • Gewinnen Sie erste Unterstützer in Ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis
  • Bewerben Sie Ihr Projekt auf den Social Media Plattformen
  • Informieren Sie laufend über den Projektstand, Ihre Tätigkeiten und Erfolge

Kapitalgeber, Investoren:

  • Prüfen Sie Ihre Investition genau: Wie gut arbeitet das Team zusammen? Haben diese bereits Erfolge aufzuweisen? Würden Sie selbst das Produkt / die Dienstleistung, in die Sie investieren, kaufen?
  • Studieren Sie die Unterlagen zum genannten Projekt bzw. zur Business Idee
  • Überlegen Sie, wie Sie investieren wollen: Direkte Beteiligung mit Mitspracherecht (Crowdinvesting), stille Teilhaberschaft oder paritätische Nachrangdarlehen ohne Mitspracherecht
  • Bedenken Sie, dass eine Veräußerung derartiger Beteiligungen nur schwer möglich ist. Das investierte Geld wird in der Regel mehrere Jahre angelegt

Informationsquellen

Literatur