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Change Management: Definition, Prozess

Letzte Aktualisierung: 10/12/2013 | Unternehmen

Definition, Erklärung

Veränderungen in Unternehmen gehören mittlerweile zum Berufsalltag: Organisationsänderungen, die Veränderung von Arbeitsbedingungen, von Teams, von Vorgesetzten, von Prozessabläufen, von Hardware- und Softwareeinsatz, von strategischen Neuausrichtungen auf Kunden, Wettbewerber und Produkte verlangen eine permanente Anpassung der Mitarbeiter an neue Situationen. Diese Veränderungen können zu Verunsicherung und Ängsten führen, die sich in Widerständen und in Beharrungsbestreben äußern. Umso wichtiger ist es für einen erfolgreichen Changeprozess, dass die Geschäftsleitung und die Führungskräfte diesen Prozess richtig managen und das heißt vor allem, richtig kommunizieren.

Der gesamte Prozess läßt sich dabei in verschiedene Phasen unterteilen. So unterscheidet der Sozialwissenschaftler Lewin die Phasen

  • Auftauen (unfreeze): Widerstände abbauen
    Es zeigt sich, dass Erwartungen und Ziele nicht mehr der Realität entsprechen und Veränderungen notwendig sind. Diejenigen, die dies erkennen, sind zu stärken, während Widerstände durch Aufklärung abzubauen sind. Dazu gehören die Darstellung der Gründe für die Veränderung und die Entwicklung einer Vision. Ziel in dieser Phase ist es, Veränderungsbewusstsein und -bereitschaft aufzubauen. Das Management muss dahinter stehen
  • Bewegung (move): angestrebte Veränderungen umsetzen
    Ziele sind zu definieren und neben der Vision und der Strategie zu kommunizieren, die Maßnahmen abzuleiten, Verantwortlichkeiten festzulegen, die einzelnen Schritte und Ergebnisse zu kontrollieren und zu dokumentieren, Mitarbeiter zu qualifizieren. Die neuen Verhaltensweisen werden angewendet
  • Einfrieren (freeze): neues Verhalten stabilisieren
    Die Ergebnisse sind laufend auf die Ziele hin zu reflektieren und festzuhalten. Der Veränderungsprozess sollte den Auftakt zu einem kontinuierlichen Veränderungsprozess (KVP) darstellen. Der Veränderungsprozess an sich wird in dieser Phase abgeschlossen. Die Neuerungen werden im Berufsalltag als Normalität empfunden

Die Managementberaterin Duck dagegen unterteilt in

  • Stagnation
  • Vorbereitung
  • Implementierung
  • Umsetzung
  • Realisierung

Change Management gehört zum Aufgabenbereich von Führungskräften. Zur Umsetzung großer Veränderungsprozesse, wie Erarbeitung einer neuen Unternehmenskultur oder gar dem Zusammenschluss von bisher unabhängig voneinander agierenden Unternehmen werden unter Umständen gerne interne und externe Berater hinzugezogen. Als Methoden und Konzepte finden sich Business Process Reengineering, Total Quality Management (TQM), Lean Management und Kernkompetenzausrichtung, die vor allem von Beratern propagiert werden. Veränderungsmanagement ist kein zeitlich befristetes Projekt, sondern erfolgt permanent durch die ständigen Veränderungen, denen Unternehmen am Markt unterliegen.

Tipps, Checkliste

  • Seien Sie wachsam, wohin sich Ihr Unternehmen und der Markt, in dem Sie agieren, entwickeln
  • Stellen Sie sich rechtzeitig darauf ein, dass Veränderungen an der Tagesordnung sind und auch Sie davon betroffen sein werden
  • Stehen Sie Veränderungen prinzipiell positiv gegenüber
  • Erkennen Sie selbst notwendige Veränderungen und treiben diese aktiv voran
  • Bereiten Sie sich aktiv auf Veränderungen vor, die Sie vorhersehen können, z.B. durch einen Bildungsurlaub in dem Heimatland Ihres künftigen Kunden
  • Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran und führen Sie kleine Veränderungen durch. Informieren Sie dabei die Betroffenen und Ihre Vorgesetzten und zeigen Sie auf, was Sie damit erreichen wollen
  • Kontrollieren Sie, inwieweit Ihre Maßnahmen zu den gewünschten Ergebnissen führen
  • Weisen Sie Ihre Vorgesetzten auf Verbesserungspotential hin
  • Als Vorgesetzter gelten die vorangegangenen Tipps umso mehr. Nehmen Sie die Ängste und Widerstände Ihrer Mitarbeiter ernst, informieren Sie sie über anstehende Veränderungen, beziehen sie Sie ein und qualifizieren Sie, seien Sie selbst das erste Vorbild und feiern Sie Erfolge
  • Auch wenn der Mensch grundsätzlich Neuerungen zunächst erstmal skeptisch gegenüber steht, sollten Sie vor allem dann verunsichert sein, wenn in Ihrem Unternehmen keine Veränderungen stattfinden. Das sind Anzeichen, dass möglicherweise in einer sterbenden Branche oder/und einem Unternehmen gearbeitet wird, das keine Zukunft mehr hat
  • Das wichtigste Instrument beim Change Management ist die eindeutige und umfassende Kommunikation mit Instrumenten wie Präsentation, Moderation, Feedback, Coaching und Konfliktmanagement
  • Arbeiten Sie als Vorgesetzter nicht damit, Druck und Ängste zu schüren. Statt die Mitarbeiter auf die Neuerungen einzuschwören, erreichen Sie darmit im Normalfall das Gegenteil und bringen Ihr Projekt eher zum Mißerfolg

Informationsquellen

Literatur