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Arbeitsschutz in Unternehmen: Einwandfreie Funktion von Anlagen gewährleisten

Letzte Aktualisierung: 07/02/2016 | Aktuell

Motivierte Arbeitnehmer sind produktiv. Eine Grundvoraussetzung für diese Inspiration ist ein Mindestmaß an Sicherheit am Arbeitsplatz. Das Gewissen, dass alles so funktioniert wie es soll, gewährleisten Unternehmen durch regelmäßige Prüfungen und Wartungen der Gerätschaften.

Arbeitsschutz, Gefährdungsbeurteilung, Gesundheitsschutz – das alles sind Themen, mit denen sich Unternehmen befassen müssen. Ziel ist es, die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter zu gewährleisten und Unfallgefahren so gering wie möglich zu halten. Doch je größer das Unternehmen, desto schwieriger wird es, den Überblick zu behalten. Glücklicherweise gibt es für Unternehmen zahlreiche Hilfsmittel, die dafür sorgen, dass alles nach Plan verläuft.

Arbeitsschutz: Sicherheit hat oberste Priorität

Unfälle sind in vielen Berufen nicht zu vermeiden. Aufgabe der Unternehmen ist es, diese so stark wie möglich zu reduzieren. Durch ein ausgeklügeltes System ist es Deutschland gelungen, die Arbeitsunfallquote[1] von 51,4 Prozent im Jahr 1994 auf 23,9 Prozent (2013) zu senken. Nicht nur die Reduzierung der Anzahl an Arbeitsunfällen ist erfreulich, sie enden heute seltener tödlich. 1994 gab es 1.712 tödliche Unfälle, 2013 waren es 606.

Die Reduzierung von Unfällen ist in erster Linie dem deutschen Arbeitsschutzsystem zuzuschreiben. Dieses besteht aus zwei Säulen:

  1. Staatliches Arbeitsschutzrecht
  2. Autonomes Arbeitsschutzrecht

Beide Säulen besitzen eine Rechtssetzung sowie Überwachung. Die Säulen münden in der Zusammenarbeit in der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA).

Es gibt Fachkräfte, die Unternehmen helfen, Maßnahmen zum Thema Arbeitsschutz umzusetzen[2]. Die Inanspruchnahme deren Leistungen ist jeder Firma zu empfehlen.

Missachteter Arbeitsschutz bringt wirtschaftliche Schäden

Der betriebliche Arbeitsschutz baut auf dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)[3] auf. Unternehmer und Verantwortliche für Arbeitsschutz müssen mehrere Rechtsvorschriften studieren, darunter die Arbeitsstättenverordnung, Gefahrstoffverordnung und Baustellenverordnung.

Verantwortliche für den Arbeitsschutz eines Betriebes müssen zudem folgende Vorschriften beachten:

  1. Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR): Eine Konkretisierung der Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung, kurz ArbStÄttV. Sie umfassen Informationen zur barrierefreien Gestaltung von Arbeitsstätten, Raumtemperatur, Lüftung sowie anderen Gebieten zum Thema Arbeitssicherheit.
  2. Die Unfallverhütungsvorschriften (UVV): Eine Zusammenfassung von verbindlichen Pflichten für Unternehmen bezüglich des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit am Arbeitsplatz.

Trotz dieser Vorschriften missachten die meisten Unternehmen die Gefahr von Arbeitsunfällen. Das geht aus dem Sicherheitsbarometer 2013/2014 von Dekra hervor. Problematisch ist die Tatsache, dass jedes zehnte Unternehmen Arbeitsschutzvorschriften missachtet. Der Produktionsausfall kostet Firmen etwa 1.200 Euro.

Kleine und mittlere Unternehmen unterschätzen Gefahren stärker als Großunternehmen. Dies ist damit zu begründen, dass vielen Firmen die notwendigen Ressourcen fehlen, Gefahren korrekt einzustufen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Arbeitsschutz eine Chefsache ist. Dabei müsste das Thema von den Beschäftigten angestoßen werden, weil sie direkt betroffen sind und Gefahren besser beurteilen können. Die Ranghierarchie vieler Unternehmen scheint kontraproduktiv zu sein.

Gefährdungsbeurteilung: Das unterschätzte Risiko psychischer Belastungen

Dort, wo Arbeitsschutz (regelkonform) praktiziert wird, gibt es ebenfalls Probleme. Viele Arbeitgeber vernachlässigen, wie bestimmte Gebiete ihres Betriebes ihre Angestellten auf psychischer Ebene belasten können. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat aus diesem Grund das GDA-Arbeitsprogramm Psyche gestartet. Auf dem Portal sind Maßnahmen zur Gefährdungsbeurteilung sowie Lösungsvorschläge zu finden.

Unternehmer müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastungen Tätigkeitsbereiche festlegen und diese analysieren. Psychische Belastungen können durch die Art der Tätigkeit, aber auch durch den Organisations- oder Arbeitsbereich entstehen.

Quelle: Birte Cordes / GDA Psyche

Quelle: Birte Cordes / GDA Psyche

Ein schlecht abgesicherter Arbeitsbereich, der dem Arbeitnehmer das Gefühl vermittelt, nicht sicher arbeiten zu können, wirkt sich negativ auf dessen Psyche aus. Mehr noch: Da der Arbeitnehmer unter Angst arbeitet, sinkt seine Produktivität.

In einigen Fällen kann diese Angst völlig unbegründet sein. Der Arbeitnehmer arbeitet beispielsweise mit einer Anlage oder einem Gerät, welches einen sorgfältigen Umgang erfordert. Bei einigen Gerätschaften besteht eine hohe Verletzungsgefahr, wenn sie falsch bedient werden.

Mit Prüfplaketten Vertrauen und Sicherheit schaffen

Regelmäßige Prüfungen der Anlagen und Gerätschaften sind nicht nur aus Sicht des Arbeitsschutzes notwendig. Sie zeigen den Angestellten, dass das Unternehmen in ihre Sicherheit investiert, die Anlagen richtig funktionieren und gefahrlos betrieben werden können.

Um Prüfungen und Wartungen nicht zu verpassen, können Unternehmen Prüfplaketten vom Hersteller anbringen. Die Plaketten sind in verschiedenen Farben und für unterschiedliche Zwecke erhältlich:

  • Jahresprüfplakette für kurze Intervalle
  • Prüfplaketten nach DGUV Vorschrift 3 für elektrische Geräte
  • Prüfplakette nach DGUV Information 208–016 für Leitern und Tritte

Die Plaketten dienen folglich zwei Aufgaben:

  1. Informieren über eine bestandene Prüfung.
  2. Informieren, wann die nächste Prüfung stattfinden muss.

Für Mitarbeiter sind die Prüfplaketten ein Zeichen von Sicherheit. Führungskräfte erhalten einen Überblick, wann Gerätschaften und Anlagen einer Prüfung zu unterziehen sind.


  1. Verhältnis von Unfallzahlen zur Zahl der dem Risiko ausgesetzten Personen
  2. Weitere Informationen bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  3. Weitere Informationen beim BMAS